Geschichte
1958: Das Jahr, in dem Alles begann
Die Anfänge von Niger gehen zurück ins Jahr 1958, seinerzeit begünstigt durch die neue französische Verfassung von 1956. Zuerst war es ein autonomer Staat innerhalb der französischen Gemeinschaft und wurde dann am 3. August 1960 wurde ein völlig unabhängiger Staat.
Es sollte von Anfang an ein demokratischer Staat sein. Deshalb lautet der offizielle Name Republik Niger. Hamani Diori wird als erster Präsident dieser Republik in die Geschichtsbücher eingehen. Jedoch kam Niger nicht weg von den Wirren, welche der Status quo in den afrikanischen Ländern zu sein scheinen. In nur 58 Jahren Geschichte hat das Land Folgendes erlebt:
Die erste Republik
Diori blieb als Präsident bis 1974. Seine Verwaltung konzentrierte sich auf die Aufrechterhaltung guter Beziehungen mit dem Westen und auf die Auswärtigen Angelegenheiten, tat indes sehr wenig für die nationalen Belange. Als eine verheerende Dürre diese Probleme vertiefte, einhergehend mit Korruptionsvorwürfen, wurde er in der üblichen afrikanischen Weise gestürzt. Durch einen Staatsstreich des Militärs.
Den Obersten Militärrat
Die Person, die Diori stürzte, war Oberst Seyni Kountché. Sein Regime dauerte bis 1987, und es galt als ebenso brutal wie jede andere Militär-Junta. Die bürgerlichen Freiheiten waren begrenzt, Menschen wurden verhaftet, eingesperrt oder hingerichtet, es gab keine Pressefreiheit (ohnehin eigentlich gar keine Presse!), und 3 andere Staatsstreiche wurden entdeckt und vereitelt. Allerdings wurde die Wirtschaft stark verbessert, und die Hauptgründe für den urprünglichen Staatsstreich wurden angegangen. Kountché starb am 10. November 1987 und wurde durch Oberst Ali Saibou ersetzt, der mehrere Reformen umsetzte und Niger in die
Zweite Republik
überleitete.
Nunmehr als General gewann Saibou 1989 die Wahlen und wurde der erste Präsident der zweiten Republik. Aber seine Reformen waren zu gering und hatten nicht die geplanten Wirkungen. So fiel er den Gewerkschaften zum Opfer, und die Schüler forderte weitere Veränderungen. Als Reaktion auf die Forderungen forderte Saibou die Nationale Souveräne Konferenz von 1991. Diese Konferenz war eigentlich der Wendepunkt der Niger-Politik, da zum ersten Mal eine Mehrparteien-Demokratie gebildet wurde. Aber das kam zu einem ziemlich hohen Preis. Die Wirtschaft verschlechterte sich stark. Die Wahlen von 1993 brachten die
Dritte Republik
hervor.
Mahamane Ousmane wurde derjenige, der die Nation unter seiner neuen Verfassung führte. Eine Menge von Problemen resultierte aus der Umsetzung dieser Verfassung, besonders durch das Nebeneinander des Präsidenten und des Premierministers. Das Land war faktisch ohne funktionierende Regierung. Noch mehr Probleme kamen durch die Tuareg und die Tubu-Gruppen, die ihre Rebellion seit 1990 verstärkten, um mehr von der Zentralregierung zu fordern.
Der Rat zur Nationalen Rettung
Das Ergebnis der politischen Unruhen war unvermeidlich. Oberst Ibrahim Baré Maïnassara stürzte Ousmane und übernahm die Regierung. Überraschenderweise war dieses Regime für eine Militärdiktatur demokratischer als die bisherigen demokratischen Regierungen. Maïnassara leitete das Land in eine sechsmonatige Übergangsphase, in der eine neue Verfassung entworfen wurde und im Effekt eine Menge der Fehler der vorherigen korrigiert wurden. Maïnassara mag die Wahl gewonnen haben, aber die Ersetzung der Wahlkommission während der Vorwahlkampagne läßt Zweifel an der Fairness des Ergebnisses aufkommen. Trotzdem wurde
Die Vierte Republik
als Ergebnis seines Handelns ins Leben gerufen. Maïnassara war der Präsident, aber er hatte mit den großen Problemen zu kämpfen, die durch all die Veränderungen und die politische Instabilität hervorgerufen worden waren. Eine ruinierte Wirtschaft. Er verletzte viele internationale Gesetze, verletzte die bürgerlichen Freiheiten, verletzte die Pressefreiheit und organisierte eine inoffizielle Polizei, die die Menschen verfolgte, um zu versuchen, mit den Unruhen umzugehen, wodurch die Wirtschaft nicht in Schwung kam. Das Ergebnis? Was wohl?:
Der Nationale Versöhnungsrat
Der Titel mag für ein Militärregime seltsam aussehen. Major Daouda Malam Wanké war der Organisator dieses Staatsstreichs, und dieses Mal war es ein Militärregime, das zu einer reinen Demokratie führte. Noch eine weitere Verfassung wurde geschrieben, die auf dem französischen Regierungssystem basierte. Wanké blieb den Wahlen fern, und
Die fünfte Republik
wurde im November 1999 Wirklichkeit. Präsident: Tandja Mamadou. Der erste Präsident, der zwei aufeinander folgende Wahlen erfolgreich überstand. Obwohl seine Verwaltung viele Reformen hervorgebrachte, die seit der Dritten Republik tatsächlich stockten, versuchte Mamandou, seine Amtszeit entgegen der Verfassung zu verlängern. Er führte ein Referendum durch, welches als illegal und verfassungswidrig galt und beanspruchte Notstandsbefugnisse nach Auflösung des Verfassungsgerichts, das gegen ihn entschieden hatte. Ein neuer Coup war unvermeidlich.
Der Oberste Rat für die Wiederherstellung der Demokratie
Der Titel wurde tatsächlich von einem Militärregime verwendet. Dieses wurde von Kapitän Salou Djibo geführt, der ein Jahr lang an der Macht blieb, bis eine weitere Verfassung geschrieben und in Kraft gesetzt werden konnte. Die Wahlen im Jahr 2011 wurden als gerecht und repräsentativ angesehen, um den gegenwärtigen politischen Status hervorzubringen, der den Namen
Die Siebte Republik